TFP Shooting / TFP Basis Fotoshooting

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Das TFP Shooting im Überblick

Fotografie ist in den letzten Jahren immer populärer geworden. Nicht nur durch Social Media und die Zunahme an Bildern auf Instagram, sondern auch durch eine immer bessere Technik und günstigeren Kameras hat die Zahl an Hobbyfotografen zugenommen. Grundsätzlich gibt es verschiedene Genres, die ausgeführt werden können. Es können zum Beispiel die Landschaft, Gebäude oder wilde Tiere im Mittelpunkt stehen.

Am meisten beschäftigen die Hobbyfotografen sich mit der Portraitfotografie. Hierbei wird ein Model fotografiert und präsentiert. Doch wie genau läuft so ein Fotoshooting auf Hobbybasis ab? Fallen dafür Kosten an und wie genau wird dieses durchgeführt?

Im Folgenden wird Ihnen erklärt, wie Sie selber als engagierter Hobbyfotograf ein Fotoshooting arrangieren können und was es eigentlich mit dem TFP Shooting auf sich hat.

Was ist ein TFP Shooting?

Normalerweise werden für Fotoshootings Honorare verlangt. Je nachdem, von welcher Seite aus das Arrangement verlangt wurde, wird entweder der Fotograf oder das Model bezahlt.

Fotografen werden zum Beispiel für das Erstellen von Bewerbungsfotos beauftragt. Der Fotografierte erhält als Gegenleistung professionelle Bilder, die er für seine Bewerbung nutzen kann.

Es gibt aber auch Fälle, in denen ein Fotograf ein Model engagiert, weil der Fotograf sein eigenes Portfolio aufbauen möchte. Das Model wird dann für einen gewissen Zeitraum gebucht und der Fotograf kann seine gewünschten Bilder anfertigen.

Beim Fotoshooting auf TFP Basis ist die Vereinbarung anders. Hier bestehen für den Fotografen, wie auch für das Model gleichermaßen Interesse am Shooting. Daher wird kein Honorar gezahlt, sondern es wird der Zeitaufwand gegen Bilder getauscht. Denn TFP heißt nichts anderes als „Time for Prints“. Das Model verbringt die Zeit mit dem Fotografen und dieser fertigt die Bilder an.

Dieses Arrangement ist für beide Seiten kostenlos. Am Ende erhält sowohl das Model, als auch der Fotograf die Bilder. Wobei der Begriff „Prints“ nicht zu wörtlich genommen werden darf. Mittlerweile werden die meisten Bilder nur noch digital erstellt. Das Model erhält zum Abschluss und nach der Bildbearbeitung die digitalen Dateien.

Die Weitergabe von digitalen Datein wird genauer auch als TFCD bezeichnet. Dieser Begriff wird allerdings nicht so weitläufig verwendet, weshalb unter „TFP“ für beide Seiten verständlich sein sollte, dass am Ende Bilddateien ausgetauscht werden.

Grundsätzlich ist der Inhalt und die Leistung des Fotoshootings von beiden Seiten frei verhandelbar.

Das Model Release

Für die Verwendung von Bildern gibt es in Deutschland klare gesetzliche Vorgaben. So sorgt das Persönlichkeitsrecht dafür, dass die Bilder des Fotografen nicht ohne Einwilligung des Models veröffentlicht werden dürfen.

Damit der Fotograf die Bilder innerhalb seines Portfolios nutzen darf benötigt er die Einwilligung des Models. Diese Einwilligung wird auch als Model Release bezeichnet. Mit diesem Vertrag stimmt das Model der Veröffentlichung der Bilder zu.

Das Model sollte dabei klar abgrenzen, zu welchem Zweck die Bilder genutzt werden dürfen. In den meisten wird verhindert, dass die Bilder zu kommerziellen Zecken genutzt werden dürfen. So kann es nicht passieren, dass die Bilder auf einmal für eine Werbung in einem Print-Magazin genutzt werden.

In der Regel wird vereinbart, dass der Fotograf die Bilder im Rahmen seiner Eigenwerbung nutzen darf. Dies bezieht auch das Hochladen auf seiner Webseite und von Social Media Kanälen ein. 

Warum ein TFP Shooting?

Ein Fotoshooting stellt sowohl für den Fotografen, als auch für das Model einen hohen Aufwand dar. Der Fotograf muss gegebenenfalls sein Equipment aufbauen und im Anschluss an das Shooting erfolgt noch die Bildbearbeitung.

Das Model wird im Vorfeld meist noch aufwändig geschminkt und eine Auswahl von mehreren Kleidungsstücken ist ebenfalls von Vorteil.

Vor welchem Hintergrund wird ein solcher Aufwand betrieben? 

Der Nutzen des TFP Shooting für den Fotografen

Für Fotografen, die gerade neu in die Branche einsteigen und versuchen Fuß zu fassen kann es schwer sein an bezahlte Aufträge zu gelangen. Schließlich wird kaum ein Kunde einen Fotografen beauftragen, ohne sein Portfolio zu kennen und seine Fähigkeiten einschätzen zu können.

Mit dem Fotoshooting auf TFP Basis kann der Fotograf seine Auswahl an Bildern ausweiten, die er für die Eigenwerbung nutzen kann. Diese kann er potentiellen Kunden zeigen und von seinen Fähigkeiten überzeugen.

Abseits der kommerziellen Fotografie gibt es auch Fotografen, die eine besondere Bildidee umsetzen möchten. Für die Idee benötigen Sie allerdings noch ein Model, dass Sie passend in Szene setzen können. Mit einem kostenlosen Fotoshooting gehen beide Seiten kein hohes Risiko ein und der Hobbyfotograf kann seine Bildidee umsetzen.

Der Nutzen des TFP Shooting für das Model

An oberster Stelle steht natürlich, dass das Model Bilder bekommt, die hochwertiger sind als die typischen Handy-Schnappschüsse. Die Bilder können entweder im privaten Album landen, oder für die Bewerbung genutzt werden.

Für manche sind die Bilder auch eine nette Präsentation auf den eigenen Social Media Kanälen. So können Sie sich Ihren Freunden mal von einer anderen Seite präsentieren.

Seltener nutzen Nachwuchsmodels diese Bilder in Ihrem Portfolio.

Zusätzlich zu den Bildern sollte das Fotoshooting und die Zusammenarbeit natürlich auch Spaß machen. Im Vordergrund des Shootings sollte nicht die Bildqualität stehen, sondern dass beide Seiten wichtige Erfahrungen sammeln und die investierte Zeit für sich nutzen.

Die richtige Vorbereitung für das Shooting auf TFP Basis

Auch wenn ein Fotoshooting auf TFP Basis nicht mit einem professionellem Shooting zu vergleichen ist, sollten dennoch umfangreiche Vorbereitungen durchgeführt werden. Schließlich investieren beide Seiten Ihre Zeit und keine Partei möchte, dass die Zeit verschwendet wurde.

Wo kann ein Model oder ein Fotograf gefunden werden?

Nicht jeder hat das Glück im eigenen Umfeld einen Fotografen oder ein Model zu kennen, dass für ein solches Shooting zur Verfügung stehen könnte. Dennoch sollte der eigene Bekannten- und Freundeskreis eine erste Anlaufstelle sein. Der Vorteil ist, dass eine persönliche Beziehung bereits besteht und diese für das Shooting von Vorteil ist.

Als Alternative gibt es immer mehr Internetplattformen, auf denen Fotografen und Models sich finden können. Diese werden meist nach der Region oder Stadt gefiltert.

Wurde ein Fotograf oder ein geeignetes Model gefunden, erfolgt die Planung des Shootings.

Die Planung des TFP-Shootings

Für beide Seiten stehen zwar keine Kosten im Vordergrund, dennoch sollte die Zeit, die für das Shooting genutzt wird für beide Seiten zufriedenstellend sein. Deshalb sollte im Vorfeld klar sein, welche Erwartungen beide Parteien von dem Shooting haben.

Geht es darum Bilder zu schießen, die für eine Bewerbung genutzt werden können, oder soll der Fotograf sich kreativ austoben können?

Dazu sollten die bestimmten Rahmenbedingungen wie Zeit & Ort genau festgelegt werden. Ebenso sollte die Garderobe des Models grob beschrieben werden. So kann der Stil des Fotoshootings beschrieben werden.

Die Spannbreite an Stilen ist weit gefächert. Wird eher ein klassisches Shooting in Anzug oder Kleid bevorzugt, oder soll es doch etwas mehr figurbetonter sein?

Ebenfalls sollte geklärt werden, wie viele Personen am Shooting teilnehmen. In der Portraitfotografie wird meistens nur eine Einzelperson abgelichtet. Aber vielleicht möchte das Model noch spontan eine Freundin oder den Freund einladen und diesen auch vor der Kamera haben.

Hier sollten Fotograf und Model vorab genau klären, welche Erwartungshaltung sie haben und wie das Fotoshooting ablaufen soll. So können Enttäuschungen vermieden werden und das Shooting bestmöglich ablaufen. 

Tipps zum Fotoshooting auf TFP Basis mit einem Model

Damit für beide Seiten das Fotoshooting ein zufriedenstellendes Ergebnis darstellt sollten die folgenden Tipps beachtet werden. 

Vorbereitung

In der Vorbereitungsphase sollten nicht nur beide Seiten miteinander Ihre Erwartungshaltung kommunizieren, sondern Sie sollten auch Ihr bestes dafür geben, dass das Shooting erfolgreich verläuft.

Weder das Model noch der Fotograf werden beim TFP Shooting Profis sein. Dennoch ist es hilfreich, wenn das Model versucht verschiedene Posen einzustudieren und versucht eine bessere Körperhaltung anzunehmen.

Der Fotograf sollte sich auf verschiedenen Wegen informieren, wie ein Portaitshooting abläuft und was es zu beachten gibt. Neben den technischen Fertigkeiten steht auch der Umgang mit dem Model im Mittelpunkt.

Im Vorfeld kann der Fotograf sich ein Album mit seinen Lieblingsbildern anlegen, die als Vorbild für das Shooting dienen könnten. So kann er Phasen überbrücken, in denen er vielleicht keine kreative Idee hat. 

Kommunikation

Der Fotograf ist derjenige, der das Fotoshooting leiten sollte. Das heißt, mit klaren Anweisungen kann er das Model führen und bessere Bildergebnisse liefern.

Für ein ungeübtes Model ist das Posieren vor der Kamera nicht leicht. Unsicherheit kann sich schnell ausbreiten und dies spiegelt sich im Ergebnis wider.

Daher sollte der Fotograf nicht nur Anweisungen geben, sondern das Model loben und für eine positive Stimmung sorgen. So kann sich das Model selbstsicher vor der Kamera präsentieren und selbst ein eher schüchternes Model kann noch aus sich heraus gehen. 

Bilder zeigen

Um das Model in der Arbeit zu bestärken sollten während des Shootings die besten Bilder gezeigt werden.

Die meisten Kameras erlauben bereits eine Bewertung der geschossenen Bildern. Der Fotograf kann während des Shootings die Bilder vorsortieren und die besten Bilder dem Model präsentieren.

Dies erleichtert es dem Model einzuschätzen, wie es auf den Bildern rüberkommt und wie es sich bewegen sollte. Durch das Präsentieren der besten Bilder erhält das Model zudem etwas mehr Selbstbewusstsein beim Posieren. 

Mehrere Locations

Das Wetter hat einen großen Einfluss auf das Shooting. Nicht immer klappt es in der blauen Stunde zu fotografieren und die Wolken vermiesen den Gesamteindruck.

Als Lösung sollte eine Ausweichlocation angeboten werden, die auch für schlechtes Wetter geeignet ist. Vielleicht ist ja ein passendes Fotostudio, oder ein altes Gebäude in der Nähe?

Falls keine Ausweichlocation vorhanden ist, sollte bereits im Vorfeld erörtert werden, wie mit schlechtem Wetter umgegangen wird. 

Der Ablauf des Fotoshootings

Der Ablauf des Shootings ist ganz von den Anforderungen des Fotografen und des Models abhängig. Vielleicht sollen in kurzer Zeit nach dem Feierabend nur ein paar Fotos geschossen werden, dann ist dies bereits in einer halben Stunde möglich.

Besser ist es natürlich, wenn beide Seiten sich etwas mehr Zeit nehmen. Ein gutes Fotoshooting kann dann gerne mal mehrere Stunden gehen. Wobei die Dauer auch nicht zu lange sein sollte, da mit zunehmender Dauer die Konzentration beim Fotografen und die Körperspannung beim Model abnimmt.

Eine gute Dauer sind etwa zwei Stunden in denen ein sehr fokussiertes Arbeiten möglich ist. Sollten mehrere Locations geplant werden, dann kann es sinnvoll sein diese auf mehrere Tage zu verteilen.

Die Fahrtkosten übernimmt jede Partei in der Regel für sich selber. Jedoch sind auch hier individuelle Vereinbarungen möglich. Möchte der Fotograf zum Beispiel unbedingt außerhalb der Stadt fotografieren und mit dem Model gemeinsam im Auto dort hinfahren, dann können sich die Benzinkosten zum Beispiel geteilt werden. Hier gilt ebenfalls, dass die genaue Kostenaufteilung im Vorfeld festgeschrieben werden sollte. 

Bildrechte

Die Bildrechte beim Shooting auf TFP Basis wurden mit dem Model Release bereits leicht angeschnitten. Dennoch ist es sinnvoll, wenn eine genaue Klärung auf Vertragsbasis erfolgt.

Als Urheber beim Fotoshooting gilt der Fotograf. Das heißt, das Urheberrecht an den Bildern würde Ihm Zugute kommen.

Demgegenüber steht das Recht am eigenen Bild. Der Fotograf ist zwar rechtlich der Urheber, dass heißt aber nicht, dass er das Bild frei verwenden darf. Das Model behält das Recht am eigenen Bild und daher darf das Bild nur unter Zustimmung des Models verwendet werden.

Um diesen Konflikt zu lösen sollte ein Model Release angefertigt werden. In diesem wird genau beschrieben, in welchem Umfang und zu welchem Zweck die Bilder verwendet werden dürfen.

Um einen Model Release anzufertigen muss kein Rechtsanwalt aufgesucht werden. Im Internet gibt es zahlreiche Vorlagen, die nach den eigenen Bedürfnissen angepasst werden können.

Bei bezahlten Fotoshootings wird hingegen auch ohne Model Release angenommen, dass die Bilder für kommerzielle Zwecke genutzt werden dürfen. 

TFP Vertrag

Das Fotoshooting auf TFP Basis wird zwischen Privatleuten vereinbart. Auch wenn kein Honorar gezahlt wird und die Leistungen auf freiwilliger Basis geschehen, sollte ein Vertrag abgeschlossen werden.

Der TFP Vertrag gibt eine höhere Sicherheit über die Verwendung der Bilder und den Erfolg des kompletten Fotoshootings. In dem Vertrag wird festgelegt welche Personen am Shooting beteiligt sind und welche Leistungen erbracht werden. Bestandteil des Vertrages ist zudem der Model Release welcher die Übertragung der Bildrechte regelt.

Der Hauptvorteil des Vertrages ist, dass beide Seiten eine klare Vereinbarung über die zu erbringenden Leistungen haben. So kann im Nachhinein nicht behauptet werden, dass eigentlich etwas anderes geplant war. Mit dem Vertrag kann Bezug auf die Vorstellungen und Erwartungen an das Shooting genommen werden.

Für den Vertrag gibt es ebenfalls zahlreiche Vorlagen im Internet, welche genutzt werden sollten.

Nun sind Sie bestens für das Fotoshooting gerüstet und einem großem Erfolg steht nichts mehr im Wege.

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