Kameraeinstellungen Portrait

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Spickzettel Portraitfotografie – Die richtigen Kameraeinstellungen für Portraits und was noch beachtet werden muss:

Die wahre Königsdisziplin der Fotografie und definitiv eines der beliebtesten Motive ist die Portraitfotografie. Dies ist kaum verwunderlich, denn hierbei ist nicht nur die richtige Technik des Fotografierens entscheidend, sondern es kommt ebenfalls darauf an, die optimale Pose für das Model zu finden und genau in der passenden Sekunde auf den Auslöser zu drücken. An die Portraitfotografie trauen sich viele Menschen, welche die Fotografie als Hobby betreiben kaum heran, da sie nicht richtig über die Kameraeinstellungen Portrait Bescheid wissen. Doch, wenn ein paar Tricks und Tipps beherzigt werden, können auch Hobbyfotografen ein perfektes Porträt schießen und die korrekten Portrait Einstellungen helfen dabei.

Im folgenden Spickzettel für Fotografen werden die ausschlaggebenden Kriterien und Portait Einstellungen enthüllt, die besonders Anfängern eine wichtige Hilfe bei der Portraitfotografie bieten. So muss keine Angst mehr gehabt werden, sich an diese Disziplin der Fotografie heranzutrauen.

Die richtige Location für das Porträt wählen

Natürlich steht im Fokus dieser Fotografie-Art das Modell. Doch auch die richtige Location hat einen großen Einfluss auf das Ergebnis. Denn schließlich trägt diese im Wesentlichen dazu bei, dass die gewünschte Atmosphäre auf dem Foto vermittelt wird. Keine Angst, hier ist kein professionelles Fotostudio nötig. Menschen, die in der Stadt leben können beispielsweise ein Industriegebiet besuchen, bunte Graffitis, verlassene Bahnhallen und Backsteinfabriken sind ein idealer Hintergrund, wenn das Porträt eine zeitlose und raue Stimmung ausstrahlen soll. Wer die raue Atmosphäre nicht mag oder erzielen möchte, der findet in der freien Natur immer das richtige Plätzchen. Aufnahmen, die im Freien getätigt wurden, strahlen immer eine gewisse Natürlichkeit und Ruhe aus. Außerdem ist es hier empfehlenswert, sich einen Platz im Schatten zu suchen. Durch die natürlichen Schattenkanten werden dem Bild gestalterische Linien verliehen, die dem Ergebnis zu mehr Tiefe und Räumlichkeit verhelfen.

Das passende Equipment für die Porträtfotografie

Die passende Kamera

Wichtig ist, dass das Porträt mit einer Kamera aufgenommen wird, die über eine große Auswahl an unterschiedlichen Objektiven verfügt. Außerdem sollte sie über ein möglichst niedriges Rauschen in hohen Bereichen der ISO verfügen. Denn durch diese Einstellungsmöglichkeit kann auch bei schnellen Bewegungen oder suboptimalen Lichtverhältnissen ein gutes Ergebnis erzielt werden. Es ist immer empfehlenswert, vor dem eigentlichen Shooting einige Probeaufnahmen unter der Berücksichtigung von verschiedenen ISO-Werten durchzuführen und diese im Anschluss am Computer stark zu vergrößern. So können die Bilder überprüft und dabei ermittelt werden, welcher ISO Wert nötig ist, damit das Rauschen des Bildes möglichst gering ist.

Sollen die Porträts im Anschluss ausgedruckt werden, spielt auch die Kameraauflösung eine wichtige Rolle bei den Portrait Einstellungen. Soll das Bild in einer großen Größe gedruckt werden, dann muss die Kamera auch über eine hohe Megapixelzahl verfügen. Desto größer der Ausdruck, desto höher die Megapixel also. Um eine bessere Orientierung zu bekommen, eignet sich die untenstehende Liste:

14 Megapixel für 26 x 39 cm
12 Megapixel für 24 x 36 cm
10 Megapixel für 22 x 33 cm
6 Megapixel für 18 x 27 cm
4 Megapixel für 15 x 23 cm
3 Megapixel für 13 x 18 cm
2 Megapixel für 10 x 15 cm

Das Objektiv

Damit das Aufnehmen von Porträts optimal gelingt, muss das Objektiv über eine geeignete Brennweite verfügen. Die Brennweite wird in Millimetern ausgedrückt und ist im Grunde das Auge von der jeweiligen Kamera. Der Wert der Brennweite beschreibt, welchen Abstand der Schärfepunkt von dem optischen Mittelpunkt des Objektivs hat. Als Faustregel gilt hier, dass eine kurze Brennweite einen größeren Blickwinkel zu lässt. Ist die Brennweite lang, dann ist der Winkel, der erfasst wird, umso geringer.

Ratsam für das Aufnehmen von Portraits ist eine Brennweite, die über 70 Millimetern liegt. Dadurch, dass der Blickwinkel hier sehr eng erfasst wird, ist eine optimalere Aufnahme der Motive möglich. Außerdem können sie dadurch besser freigestellt werden, was für die Portraitfotografie einen großen Vorteil bietet. Bei Smartphones ist es zum Beispiel der Fall, dass die Brennweite der Objektive sehr kurz ist. Dadurch werden die Bilder bezüglich ihrer realen Proportionen oft verfälscht. Dies ist ein bekanntes Phänomen bei Selfies, auf denen plötzlich die Ohren oder die Nase sehr viel größer aussehen, als sie eigentlich sind. Außerdem ist es für das Aufnehmen von Portraits ratsam, eine Festbrennweite zu nutzen. Verfügt ein Objektiv über eine Festbrennweite, dann ist die Qualität hier in der Regel besser als bei einem Zoomobjektiv, welches über die gleiche Brennweite verfügt. Auch sind sie besonders wegen der Lichtstärke optimal für die Portraitfotografie geeignet.

Die Blende

Neben der Kamera spielt auch die Blende eine beinahe genauso essentielle Rolle. Als Blende wird die Öffnung des Objektivs bezeichnet. Durch diese fällt das Licht auf den Sensor der Kamera. Wenn die Blende groß eingestellt wird, kann also viel Licht einfallen. Andersrum kann nur wenig Licht hereinfallen, wenn die Blende klein eingestellt ist. Auch das Motiv kann durch die individuelle Einstellung der Blende fokussiert werden. Die Fokussierung wird umso intensiver, desto geringer die Öffnung der Blende ist. Um die Größe für die Einstellung der Blende zu nennen, werden die f-Werte genutzt. Diese werden auf dem Kameradisplay angezeigt. Sie spielen für die Einstellungen eine wichtige Rolle, können allerdings teilweise etwas verwirrend sein. Hier gilt, dass ein kleiner f-Wert eine große Blende meint, und ein großer f-Wert eine kleine Blende bezeichnet.

Der Faltreflektor

Wie für alle anderen Arten des Fotoshootings auch ist ein Faltreflektor auch bei der Porträtfotografie eine große Hilfe. Die Faltreflektoren sind in ihrer Anschaffung nicht teuer, ihr Effekt ist allerdings umso größer. Augenringe oder ein müdes Gesicht können durch das entstehende Glanzlicht so ohne großen Aufwand reduziert werden. Hierbei ist es allerdings wichtig zu wissen, wann welcher Farbreflektor verwendet werden sollte:

– Schwarzer Reflektor: Sorgt dafür, dass kein Licht reflektiert wird
– Weißer Reflektor: Kann kühle Temperaturen der Farben erhalten und ist als Aufheller geeignet
– Silberner Reflektor: Ist besonders nützlich an sonnigen Tagen, da durch den starken Einfall des Lichts Schlagschatten entstehen. Diese können durch diesen Reflektor minimiert werden.
– Goldener Reflektor: Eignet sich sehr gut bei Systemblitzgeräten oder bedecktem Wetter, da durch ihn ein warmes Licht erzeugt wird.

Die richtige Technik bei der Portraitfotografie

Für die Portraitfotos wird sehr oft der Hintergrund unscharf gestellt. So ist es möglich, dass ein enger Ausschnitt genutzt wird, um die jeweilige Person aufzunehmen. Wichtig ist es hier, die vorhandene Stärke des Lichts auszunutzen. Ein unscharfer Hintergrund wird automatisch erzeugt, wenn eine lange Brennweite eingestellt wird. Wenn allerdings die Entfernung zu weiteren Objekten beziehungsweise der Hintergrund noch zu erkennen sein soll, ist es empfehlenswert, eine große Blende einzusetzen. Je größer die Blende ist, desto mehr Unschärfe wird außerhalb des Fokus-Bereiches geschaffen. Hier entsteht ein faszinierender Effekt, denn das Portraits erhält durch die Location eine unverwechselbare Atmosphäre und zur gleichen Zeit gibt es dadurch keine Ablenkungen von dem Model an sich, da der Hintergrund unscharf ist.

Ebenfalls sollte das Scharfstellen im Vorfeld geübt werden. Bei dem Model sollte wenigstens eines der Augen scharf gestellt sein. Damit es hier nicht zu Fehlfokussierungen kommt, hilft die Verwendung eines Stativs.

Doch auch die Belichtung darf bei dem Aufnehmen von Portraits nicht vernachlässigt werden. Die Lichtempfindlichkeit, Belichtungszeit, Blende und Brennweite sind direkt voneinander abhängig. Wenn der Wert der Blende erhöht wird, sie also kleiner eingestellt wird, dann ist es unbedingt nötig, auch eine Verlängerung der Belichtungszeit vorzunehmen. Wer den AV Modus zum Fotografieren nutzt, profitiert davon, dass sich die Belichtungszeit automatisch anpasst. Als Messmethode kann bei dem Fotografieren von Porträts die Spotmessung angewendet werden. Dann wird nicht das gesamte Bild, sondern lediglich das Model selbst ausreichend belichtet.

Trotz der verschiedenen und auch nötigen Kameraeinstellungen Porträt, sollte niemals außer Acht gelassen werden, dass es bei dem Portait um den Menschen geht. Ein guter Fotograf sollte sich Zeit nehmen, das Modell kennenzulernen. Ein wichtiger Bestandteil der Kunst des Porträts liegt nämlich darin, dass das Bild die Eigenschaften des Charakters abbildet. Nur so können die entscheidenen Züge des Charakters auf dem Bild abgebildet werden.

Das Bearbeiten von Portraits

Nachdem das Porträt geschossen wurde, geht es an die Bildbearbeitung. Hier geht es darum, die Natürlichkeit des Fotos beizubehalten, diesem aber einen Feinschliff zu verlegen. Es geht nicht bei der Korrektur der Haut darum, dass Muttermale, Sommersprossen oder Falten retuschiert werden, denn diese Elemente verleihen einem Gesicht Natürlichkeit und eine individuelle Persönlichkeit. Im Fokus stehen hier eher Unterschiede im Hautton oder Unreinheiten. Auch glänzende Bereiche des Gesichts können durch die Bearbeitung vermindert werden. Ebenfalls zu empfehlen ist es, das Portrait mit der Tonwertkorrektur zu bearbeiten.

Das Ausdrucken des Portraits

Damit das Portraitfoto farbtreu gedruckt werden kann, muss eine entsprechende Kalibrierung der Bildschirme vorgenommen werden. Ein TN-Monitor ist hier eher ungeeignet, da diese keinen stabilen Blickwinkel aufweisen. Die Ergebnisse des Druckes können durch die unterschiedliche Wahrnehmung der Farben stark von der Anzeige auf dem Bildschirm abweichen. Monitore, die über ein IPS-Panel verfügen, haben einen größeren Blickwinkel und die Qualität ihrer Farben ist beständiger.

Wird ein Fotodrucker verwendet, kann es ebenfalls im Ergebnis zu abweichenden Farben zwischen Ausdruck und Bild auf dem Monitor kommen. Diese Geräte nehmen nämlich teilweise automatische Farbkorrekturen vor. In den Einstellungen des Druckertreibers können diese Autokorrekturen allerdings deaktiviert werden. Wenn der Drucker direkt an die Kamera angeschlossen wird und das ausgedruckte Bild verpixelt ist, können die Werkseinstellungen im Menü der Kamera dahingehend überprüft werden, denn häufig sind diese an die Darstellung auf dem Bildschirm angepasst. Die Auflösung für den Druck sollte nicht niedriger als 300 dpi liegen.

Wenn dieser kleine Spickzettel für Fotografen beachtet wird, kann jeder ein perfektes Porträt schießen. Die genannten Portrait Einstellungen sind natürlich nur Richtwerte, hier wird jeder Fotograf seine ganz persönlichen passenden Portrait Einstellungen mit der Zeit finden.

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