Drehgenehmigung Vorlage: Inhalt, Beispiele & wichtige Regeln

Von diefotomanufaktur Fotostudio Winsen

Du hast den perfekten Drehort gefunden: eine außergewöhnliche Wohnung, ein Firmengelände, eine Werkstatt, ein Hotel, einen historischen Hof oder ein privates Grundstück. Die Kamera steht bereit – doch darfst du dort nicht nur filmen, sondern die entstandenen Aufnahmen später auch auf YouTube, in einem Imagefilm, einer Werbekampagne oder über eine Stockagentur veröffentlichen?

Genau hier wird eine Drehgenehmigung Vorlage wichtig. Denn die Erlaubnis, einen Drehort zu betreten, ist nicht automatisch dasselbe wie die Erlaubnis, dort Foto-, Film- oder Tonaufnahmen anzufertigen und diese anschließend kommerziell zu verwenden.

In diesem Beitrag erfährst du, wann eine Drehgenehmigung sinnvoll ist, was sie enthalten sollte, wie sie sich von einem Property Release und Model Release unterscheidet und welche Besonderheiten bei Privatgrundstücken, Unternehmen, YouTube, Twitch und Stockagenturen zu beachten sind.

Du möchtest nicht bei null anfangen?
Unsere kostenpflichtige Property Release Vertragsvorlage inkl. Drehgenehmigung verbindet einen ausführlichen Property-Release-Kernvertrag mit einem eigenen Zusatzmodul für Drehorte und Produktionen. Enthalten sind außerdem eine anpassbare Datenschutzinformation nach Art. 13 DSGVO und weitere Module für Stockagenturen, Drohnen, 360°/3D, KI-Nutzungen und Schutzrechte.

Was ist eine Drehgenehmigung?

Eine Drehgenehmigung dokumentiert, dass eine berechtigte Person die Durchführung von Film-, Video- oder gegebenenfalls Foto- und Tonaufnahmen an einem bestimmten Ort gestattet. Besonders relevant ist sie bei privaten Grundstücken, Gebäuden, Innenräumen, Unternehmen und anderen nicht frei zugänglichen Aufnahmeorten.

Eine gute Vereinbarung beantwortet dabei nicht nur die Frage „Darf hier gefilmt werden?“. Sie legt beispielsweise fest, wer wann welche Bereiche betreten darf, welche Technik eingesetzt wird, wie groß das Team ist und welche besonderen Maßnahmen am Drehort erlaubt sind.

Bei professionellen Produktionen kommen schnell weitere Fragen hinzu: Dürfen Möbel umgestellt werden? Darf Lichttechnik aufgebaut werden? Gibt es gesperrte Räume? Wo dürfen Fahrzeuge stehen? Darf nachts gedreht werden? Ist künstlicher Nebel erlaubt? Wer haftet bei Schäden? Und was passiert, wenn der Termin verschoben werden muss?

Genau deshalb ist eine ausführliche Drehgenehmigung Vorlage mehr als ein Formular mit Anschrift, Datum und Unterschrift.

Warum ist eine Drehgenehmigung sinnvoll?

Eine schriftliche Drehgenehmigung schafft vor allem Klarheit und Nachweisbarkeit. Mündliche Aussagen wie „Ihr könnt hier ruhig filmen“ lassen viele entscheidende Punkte offen.

Darf das fünfköpfige Team ebenfalls auf das Grundstück? Darf eine Szene im Lager gedreht werden? Darf das Material später für Werbung verwendet werden? War nur ein YouTube-Video vereinbart oder auch Instagram Reels, Shorts und bezahlte Anzeigen? Darf der Drehort namentlich genannt werden?

Je größer die Produktion und je umfangreicher die spätere Nutzung, desto problematischer können solche Unklarheiten werden.

Eigentum und Hausrecht

Bei privaten Aufnahmeorten spielen insbesondere Eigentum, Besitz und Hausrecht eine Rolle. § 903 BGB beschreibt grundsätzlich die Befugnis des Eigentümers, mit seiner Sache zu verfahren und andere von Einwirkungen auszuschließen, soweit nicht Gesetze oder Rechte Dritter entgegenstehen. Bei einer Eigentumsbeeinträchtigung können außerdem Ansprüche nach § 1004 BGB relevant werden.

Für die Praxis bedeutet das jedoch nicht: „Jedes Foto eines fremden Hauses benötigt ein Property Release.“ Entscheidend sind unter anderem Aufnahmeort, Zugang, Motiv, bestehende Schutzrechte und geplante Nutzung.

Panoramafreiheit ist etwas anderes

§ 59 UrhG erlaubt unter bestimmten Voraussetzungen die Vervielfältigung, Verbreitung und öffentliche Wiedergabe von Werken, die sich bleibend an öffentlichen Wegen, Straßen oder Plätzen befinden. Bei Bauwerken erfasst die Regelung grundsätzlich nur die äußere Ansicht.

Das ist von Aufnahmen innerhalb eines privaten Gebäudes oder von einem nicht allgemein zugänglichen Grundstück zu unterscheiden. Auch Hausordnungen, Verträge, Urheberrechte und andere Rechte können eine Rolle spielen.

Eine Drehgenehmigung ist deshalb kein Ersatz für jede denkbare rechtliche Prüfung – sie dokumentiert die Rechte und Befugnisse, die der jeweilige Freigebende tatsächlich einräumen kann.

Was ist ein Property Release Vertrag?

Ein Property Release ist eine vertragliche Freigabe für die Aufnahme und/oder Nutzung eines bestimmten Motivs oder Aufnahmeortes. Typische Motive sind Immobilien, Innenräume, Grundstücke, Fahrzeuge, Maschinen, Tiere, Kunst- und Designgegenstände oder andere identifizierbare Sachen.

Ein Property Release kann beispielsweise dokumentieren:

  • welches Motiv oder welcher Aufnahmeort gemeint ist,
  • wer die Freigabe erteilt,
  • ob diese Person Eigentümer, Besitzer, Mieter, Pächter, Betreiber oder Bevollmächtigter ist,
  • welche Foto-, Film-, Video- oder Tonaufnahmen erlaubt sind,
  • für welche Zwecke die Aufnahmen genutzt werden dürfen,
  • ob eine kommerzielle Nutzung gestattet ist,
  • welche Bearbeitungen zulässig sind,
  • ob Kunden, Agenturen oder Lizenznehmer das Material verwenden dürfen,
  • welches Gebiet und welcher Zeitraum vereinbart werden,
  • ob eine Vergütung oder andere Gegenleistung vereinbart wird.

Der entscheidende Unterschied zu einer reinen Drehortfreigabe: Ein umfassendes Property Release beschäftigt sich nicht nur damit, was am Drehort passieren darf, sondern auch damit, wie die entstandenen Aufnahmen anschließend verwendet werden dürfen.

Drehgenehmigung, Property Release und Model Release: der Unterschied

Drehgenehmigung

Die Drehgenehmigung betrifft vor allem den Drehort und die Durchführung der Produktion: Zugang, Zeiten, Bereiche, Team, Technik, Fahrzeuge, Sicherheitsvorgaben und besondere Maßnahmen.

Property Release

Das Property Release betrifft insbesondere die Aufnahme und Nutzung eines Motivs oder privaten Aufnahmeortes und die Rechte, die der Freigebende daran tatsächlich einräumen kann.

Was ist eine Model-Freigabevereinbarung?

Ein Model Release betrifft dagegen erkennbare Personen. Für die Veröffentlichung von Bildnissen ist in Deutschland insbesondere § 22 Kunsturhebergesetz (KUG) relevant; daneben können Datenschutz- und Persönlichkeitsrechte zu beachten sein.

Wichtig: Eine Drehgenehmigung des Eigentümers ersetzt nicht automatisch die erforderliche Freigabe einer erkennbaren Person. Umgekehrt kann ein Model nicht automatisch die kommerzielle Nutzung einer fremden Immobilie, eines Kunstwerks oder eines Drehortes erlauben.

Mehr zu unterschiedlichen Vertragsarten findest du in unserer Übersicht Vertragsvorlagen für Fotografen sowie bei unseren Formularen für Fotografen.

Welche vier Arten von Drehgenehmigungen gibt es?

Eine gesetzlich festgelegte Einteilung in exakt „vier Arten von Drehgenehmigungen“ gibt es nicht. Für die Praxis lässt sich die Frage jedoch sinnvoll in vier typische Kategorien unterteilen:

1. Privatrechtliche Drehortgenehmigung

Sie wird beispielsweise vom Eigentümer, Betreiber oder sonstigen Hausrechtsinhaber eines privaten Drehortes erteilt. Typische Beispiele sind Wohnungen, Hotels, Restaurants, Geschäfte, Werkstätten, Fabrikhallen oder Firmengelände.

2. Behördliche oder öffentlich-rechtliche Genehmigung

Je nach Produktion können zusätzliche behördliche Erlaubnisse oder Anzeigen notwendig sein – beispielsweise bei besonderen Nutzungen öffentlicher Flächen, Verkehrsmaßnahmen oder anderen genehmigungspflichtigen Vorhaben. Eine privatrechtliche Unterschrift des Grundstückseigentümers ersetzt solche Anforderungen nicht.

3. Property- bzw. Motivfreigabe

Hier steht die Aufnahme und spätere Nutzung eines konkreten Motivs im Mittelpunkt. Das kann ein Gebäude, Innenraum, Fahrzeug, Tier, Kunstgegenstand oder eine andere identifizierbare Sache sein.

4. Personenbezogene Freigabe

Sind erkennbare Menschen Bestandteil des Videos oder Fotos, muss zusätzlich geprüft werden, auf welcher Grundlage deren Aufnahme und Veröffentlichung erfolgt. Hier kommt insbesondere ein Model Release bzw. eine entsprechende Einwilligungs- oder Nutzungsvereinbarung in Betracht.

Bei einer professionellen Produktion können mehrere dieser Ebenen gleichzeitig relevant sein.

Drehgenehmigung Privatgrundstück Vorlage: Was sollte geregelt sein?

Wer gezielt nach einer Drehgenehmigung Privatgrundstück Vorlage sucht, benötigt meist mehr als eine allgemeine Erlaubnis zum Filmen.

Beispiel: Eine Produktionsfirma möchte einen Werbefilm auf einem Bauernhof drehen. Der Eigentümer sagt zu. Am Drehtag kommen zwölf Personen, zwei Transporter, Lichttechnik und ein Generator. Für eine Szene sollen Möbel verschoben werden. Zusätzlich sind Nachtaufnahmen geplant.

Die Frage „Dürfen wir auf Ihrem Hof filmen?“ bildet dieses Vorhaben kaum angemessen ab.

Eine detaillierte Drehortvereinbarung kann stattdessen konkrete Innen- und Außenbereiche, Aufbau, Drehzeit, Abbau, Ausweichtermin, Crewgröße, Fahrzeuge, Parkflächen, Technik, Infrastruktur und besondere Maßnahmen festhalten.

Bei größeren Produktionen können außerdem Sicherheitsvorgaben, Zustandsdokumentation, Versicherung, Zusatzkosten und die Rückgabe des Drehortes relevant werden.

Für solche Fälle haben wir unsere Property-Release-Vorlage modular aufgebaut: Das Zusatzmodul „Drehort- und Produktionsgenehmigung“ ergänzt den Kernvertrag um die praktische Durchführung einer Produktion – unter anderem mit Drehzeiten, Bereichen, Crew, Fahrzeugen, Technik, Infrastruktur, besonderen Maßnahmen, Sicherheit, Kosten und Übergabe. Property Release & Drehgenehmigung Vorlage ansehen.

Wie erstellt man eine Drehgenehmigung?

Eine Drehgenehmigung sollte immer zum konkreten Projekt passen. Eine universelle Ein-Satz-Freigabe kann bei einem kleinen Dreh genügen, lässt bei professionellen oder kommerziellen Produktionen aber schnell wichtige Fragen unbeantwortet.

Checkliste: Wichtige Bestandteile einer Drehgenehmigung Vorlage

  • Vertragsparteien: Wer erteilt und wer erhält die Genehmigung?
  • Berechtigung: Ist der Unterzeichner Eigentümer, Betreiber, Mieter, Pächter oder bevollmächtigter Vertreter?
  • Drehort: Welche Anschrift und welche Bereiche sind erfasst?
  • Projekt: Für welche Produktion gilt die Genehmigung?
  • Termine: Aufbau, Aufnahme, Abbau und gegebenenfalls Ausweichtermin.
  • Team: Crew, Darsteller, Gäste oder Komparsen.
  • Fahrzeuge: Zufahrt, Park-, Lade- und Stellflächen.
  • Technik: Kamera, Licht, Ton, Stative, Generatoren oder weitere Ausstattung.
  • Infrastruktur: Strom, Wasser, WLAN, Sanitär- oder Aufenthaltsräume.
  • Besondere Maßnahmen: etwa Nebel, Requisiten, Abdunkelung oder Nachtaufnahmen.
  • Sicherheit: Fluchtwege, Brandschutz, Betriebsabläufe und besondere Auflagen.
  • Vergütung: Drehortentgelt und mögliche Zusatzkosten.
  • Haftung und Versicherung: Umgang mit Schäden und gegebenenfalls Produktionshaftpflicht.
  • Rückgabe: Zustand des Drehortes nach Produktionsende.
  • Nutzungsrechte: separat und eindeutig festlegen, wie das Material später verwendet werden darf.

Der letzte Punkt ist besonders wichtig. Eine Erlaubnis, an einem Ort zu drehen, beantwortet noch nicht automatisch jede Frage zur späteren kommerziellen Veröffentlichung.

Drehgenehmigung in der Praxis: typische Beispiele

Imagefilm in einem Unternehmen

Ein Videograf produziert einen Imagefilm in einer Produktionshalle. Hier können Hausrecht, Betriebsabläufe, Sicherheitsvorschriften, sichtbare Maschinen, Logos, Mitarbeiter und vertrauliche Informationen zusammentreffen.

Neben der Drehortgenehmigung sollte deshalb geprüft werden, welche Rechte an sichtbaren Inhalten bestehen und wie mit erkennbaren Mitarbeitern umzugehen ist.

Immobilien- und Interior-Shooting

Ein Fotograf fotografiert eine außergewöhnliche Privatwohnung für eine Werbekampagne. Hier kann ein Property Release sinnvoll sein, das nicht nur den Zutritt, sondern auch die geplante kommerzielle Nutzung dokumentiert.

Freie Arbeit eines Fotografen

Auch wenn kein Kunde hinter der Produktion steht, kann eine klare Vereinbarung wichtig sein. Vielleicht soll die freie Serie später im Portfolio erscheinen, an eine Agentur lizenziert, als Kalender verkauft oder für Werbung eingesetzt werden.

Eine heute nur als „freies Projekt“ geplante Aufnahme kann später einen erheblichen wirtschaftlichen Wert entwickeln.

Event und Veranstaltung

Eine Genehmigung des Veranstalters bedeutet nicht automatisch, dass sämtliche erkennbaren Besucher, Künstler, Musikstücke, Marken oder geschützten Inhalte beliebig kommerziell genutzt werden dürfen. Verschiedene Rechte können nebeneinander bestehen.

Street und öffentlicher Raum

Aufnahmen von öffentlich zugänglichen Orten sind von Drehs auf Privatgrundstücken zu unterscheiden. Bei Bauwerken und dauerhaft im öffentlichen Raum befindlichen Werken kann beispielsweise § 59 UrhG relevant sein. Sobald jedoch erkennbare Personen, geschützte Werke oder nicht öffentlich zugängliche Standpunkte ins Spiel kommen, muss genauer geprüft werden.

Reisefotografie

Dass ein Gebäude touristisch zugänglich ist, bedeutet nicht automatisch, dass professionelle oder kommerzielle Foto- und Filmproduktionen uneingeschränkt erlaubt sind. Museen, Schlösser, Hotels, Freizeitparks oder andere Einrichtungen können eigene Aufnahmebedingungen haben.

Akt, sensible oder kontroverse Themen

Je sensibler der Zusammenhang einer Veröffentlichung, desto wichtiger sind klare Vereinbarungen. Das gilt besonders dann, wenn ein Drehort oder Unternehmen durch die spätere Darstellung mit einer bestimmten Aussage, Kampagne oder einem sensiblen Thema verbunden werden könnte.

Eine gute Vertragsgestaltung kann deshalb auch festlegen, welche Nutzungskontexte ausdrücklich ausgeschlossen sind.

Identifizierbar auch ohne Gesicht

Identifizierbarkeit beschränkt sich nicht immer auf ein frontal sichtbares Gesicht. Je nach Kontext können beispielsweise auffällige Tätowierungen, Kleidung, Stimme oder andere Merkmale eine Person erkennbar machen. Gerade bei Video und Ton sollte deshalb nicht ausschließlich auf Gesichter geachtet werden.

Drehgenehmigung für YouTube, Twitch, Livestreaming und Social Media

Livestreams stellen Produzenten vor ein besonderes Problem: Fehler lassen sich nicht zuverlässig vor der Veröffentlichung herausschneiden.

Ein Streamer überträgt beispielsweise live aus einem Geschäft, einer Werkstatt oder einem privaten Veranstaltungsraum. Plötzlich läuft eine nicht freigegebene Person durchs Bild. Im Hintergrund ist ein vertrauliches Dokument sichtbar oder ein Gespräch hörbar. Anders als bei einem vorproduzierten Video kann das Material bereits übertragen sein, bevor der Fehler bemerkt wird.

Deshalb sollten bei Livestreams insbesondere Aufnahmebereich, Tonbereich und nicht freigegebene Bereiche vor Beginn kontrolliert werden.

Live bedeutet nicht automatisch Replay

Außerdem sollte geklärt werden, was nach dem Stream passieren darf. Bleibt die Sendung als Video-on-Demand online? Dürfen Highlights erstellt werden? Sind Shorts, Trailer und Thumbnails erlaubt? Darf das Material auf mehreren Plattformen veröffentlicht werden?

Auch die Monetarisierung kann relevant sein – etwa durch Plattformwerbung, Sponsoring, Mitgliedschaften, Affiliate-Marketing oder Produktplatzierungen.

Eine professionelle Vereinbarung kann diese Nutzungsformen getrennt erfassen, statt lediglich allgemein „YouTube und Social Media“ zu nennen.

Property Release für Adobe Stock, Shutterstock und andere Stockagenturen

Wer Fotos oder Videos über internationale Stockplattformen vertreiben möchte, sollte deren eigene Anforderungen zusätzlich beachten. Diese Plattformregeln sind nicht identisch mit der Frage, ob eine Aufnahme nach deutschem Recht grundsätzlich hergestellt oder veröffentlicht werden darf.

Adobe Stock

Adobe Stock verlangt nach seinen Contributor-Richtlinien unter anderem bei erkennbaren privaten Immobilien, Kunstwerken und bestimmten charakteristischen oder geschützten Motiven eine Property Release. Bei identifizierbaren Personen kann zusätzlich ein Model Release erforderlich sein.

Shutterstock

Auch Shutterstock unterscheidet zwischen kommerziellen und redaktionellen Inhalten und verlangt in bestimmten Fällen Property Releases. Gerade bei kommerziellen Einreichungen können erkennbare Immobilien oder geschützte Inhalte eine Freigabe erforderlich machen.

Typische Ablehnungsgründe bei Stockagenturen

Ein rechtlich grundsätzlich sinnvoller Vertrag bedeutet nicht automatisch, dass jede Stockagentur jedes Dokument akzeptiert. Plattformen haben eigene formale Anforderungen.

  • Pflichtfelder fehlen.
  • Angaben sind unvollständig oder widersprüchlich.
  • Das Dokument ist schlecht lesbar.
  • Unterschriften oder Datumsangaben fehlen.
  • Das freigegebene Motiv lässt sich nicht eindeutig zuordnen.
  • Die unterschreibende Person ist nicht ausreichend als Berechtigter erkennbar.
  • Das falsche Release wurde hochgeladen.
  • Die jeweilige Plattform verlangt eine bestimmte Dateiform oder zusätzliche Referenzaufnahme.

Die aktuellen Anforderungen der jeweiligen Agentur sollten deshalb vor jeder Einreichung zusätzlich geprüft werden.

Unsere Property-Release-Vorlage enthält für solche Nutzungsszenarien ein eigenes Zusatzmodul für Bild-, Film- und Stockagenturen. Darin können unter anderem internationale Agenturnutzung, noch nicht bekannte Lizenznehmer und mehrstufige Lizenzketten berücksichtigt werden. Das ersetzt jedoch nicht die jeweils aktuellen Upload- und Formularvorgaben einer konkreten Plattform.

Drehgenehmigung und DSGVO

Auch eine Drehgenehmigung selbst enthält regelmäßig personenbezogene Daten: Namen, Anschriften, Kontaktdaten, Unterschriften und gegebenenfalls Angaben zur Funktion oder Vertretungsberechtigung.

Für die Verarbeitung personenbezogener Daten muss eine Rechtsgrundlage nach Art. 6 DSGVO bestehen. Welche Rechtsgrundlage einschlägig ist, hängt vom konkreten Verarbeitungsvorgang ab. Für Vertragsdaten können beispielsweise die Vertragsdurchführung oder berechtigte Interessen eine Rolle spielen.

Daneben bestehen Informationspflichten. Art. 13 DSGVO nennt Informationen, die einer betroffenen Person bei der Erhebung personenbezogener Daten zur Verfügung gestellt werden müssen – unter anderem Angaben zum Verantwortlichen, zu Verarbeitungszwecken und Rechtsgrundlagen.

Deshalb enthält unsere kostenpflichtige Property-Release-Vertragsvorlage zusätzlich eine anpassbare Datenschutzinformation nach Art. 13 DSGVO. Vertragliche Freigabe und Datenschutzinformation werden damit nicht einfach miteinander verwechselt, sondern strukturiert berücksichtigt.

Die häufigsten Fehler bei einer Drehgenehmigung

Fehler 1: Nur „Filmen erlaubt“ vereinbaren

Das lässt offen, was mit dem Material anschließend geschehen darf.

Fehler 2: Die falsche Person unterschreibt

Ein Mitarbeiter vor Ort ist nicht automatisch berechtigt, umfangreiche Dreh- und Nutzungsrechte für ein Unternehmen oder einen Eigentümer einzuräumen.

Fehler 3: Drehort und Motiv nicht eindeutig beschreiben

Bei mehreren Gebäuden, Räumen, Fahrzeugen oder Objekten sollte nachvollziehbar sein, worauf sich die Freigabe tatsächlich bezieht.

Fehler 4: Nutzungszwecke zu ungenau formulieren

Portfolio, Unternehmenswebsite, bezahlte Werbung, Social Media, Stocklizenzierung und der Verkauf von Printprodukten sind unterschiedliche Nutzungsszenarien.

Fehler 5: Rechte Dritter vergessen

Der Eigentümer eines Gebäudes ist nicht automatisch Urheber eines dort ausgestellten Kunstwerks. Ebenso kann der Betreiber eines Geschäfts nicht automatisch Persönlichkeitsrechte seiner Kunden oder Mitarbeiter freigeben.

Fehler 6: Live-Streaming wie ein normales Video behandeln

Bei einer Live-Übertragung können nicht freigegebene Bild- und Toninhalte unmittelbar veröffentlicht werden. Die Vorbereitung muss deshalb entsprechend genauer sein.

Fehler 7: Stockplattformen nicht berücksichtigen

Wer eine Aufnahme später über Stockagenturen lizenzieren möchte, sollte dies möglichst schon bei der Freigabe bedenken. Nachträglich eine neue Unterschrift zu beschaffen, kann Jahre später schwierig oder unmöglich sein.

Fehler 8: Datenschutz komplett vergessen

Nicht nur die Aufnahmen selbst können personenbezogene Daten enthalten. Auch die Vertragsabwicklung muss datenschutzrechtlich sauber organisiert werden.

Was passiert, wenn keine Drehgenehmigung vorliegt?

Das lässt sich nicht pauschal beantworten. Entscheidend ist zunächst, ob für die konkrete Aufnahme überhaupt eine Genehmigung erforderlich war und welches Recht betroffen ist.

Problematisch kann es beispielsweise werden, wenn ohne Erlaubnis ein privates Grundstück oder ein nicht freigegebener Gebäudebereich betreten oder entgegen vereinbarter Bedingungen gefilmt wird. Je nach Sachverhalt können Unterlassungs-, Beseitigungs- oder Schadensersatzfragen entstehen.

Daneben können völlig andere Rechte betroffen sein: Persönlichkeitsrechte erkennbarer Personen, Urheberrechte an Kunstwerken, Marken- oder Designrechte sowie Datenschutzvorschriften.

Bei kommerziellen Projekten entsteht zusätzlich ein wirtschaftliches Risiko. Muss ein bereits fertig produzierter Werbefilm geändert werden, können nicht nur Rechtskosten, sondern auch neue Drehtage, Schnittarbeiten, Austausch von Werbemitteln oder Verzögerungen einer Kampagne entstehen.

Eine schriftliche Vereinbarung hilft deshalb vor allem dabei, den vereinbarten Umfang später nachweisen zu können.

Was tun, wenn das Video bereits ohne geklärte Drehgenehmigung veröffentlicht wurde?

Auch hier gilt: Nicht jede fehlende Unterschrift bedeutet automatisch, dass eine Veröffentlichung rechtswidrig ist. Zunächst sollte geklärt werden, welche konkrete Genehmigung oder welches konkrete Recht möglicherweise fehlt.

Praktisch empfiehlt sich eine strukturierte Prüfung:

  1. Wo wurden die Aufnahmen hergestellt?
  2. Wer hat den Zugang oder die Aufnahme gestattet?
  3. Was lässt sich über E-Mails, Nachrichten, Angebote oder andere Unterlagen nachweisen?
  4. Welche Motive, Personen oder geschützten Inhalte sind erkennbar?
  5. Welche Nutzung wurde ursprünglich besprochen?
  6. Wo wurde das Material inzwischen veröffentlicht?
  7. Wird es kommerziell genutzt oder an Dritte weitergegeben?

Besteht eine echte rechtliche Unsicherheit, sollte nicht versucht werden, sie durch eine rückdatierte Erklärung zu „reparieren“. Je nach Situation kann eine nachträgliche, korrekt datierte Vereinbarung für bereits angefertigte Aufnahmen möglich sein. Bei Streit oder erheblicher wirtschaftlicher Bedeutung ist anwaltlicher Rat sinnvoll.

Checkliste vor dem Dreh

Vor einer professionellen Foto- oder Videoproduktion sollten zumindest folgende Punkte geklärt sein:

  • Wer besitzt oder kontrolliert den Drehort?
  • Ist die unterschreibende Person tatsächlich zur Freigabe berechtigt?
  • Welche Innen- und Außenbereiche dürfen genutzt werden?
  • Wann erfolgen Aufbau, Dreh und Abbau?
  • Wie viele Personen und Fahrzeuge kommen?
  • Welche Technik wird eingesetzt?
  • Welche besonderen Maßnahmen sind geplant?
  • Sind Personen im Bild oder Ton erkennbar?
  • Sind Kunstwerke, Logos, Designs oder andere geschützte Inhalte sichtbar?
  • Welche vertraulichen oder personenbezogenen Informationen könnten erfasst werden?
  • Wo soll das Material veröffentlicht werden?
  • Sind Werbung, Social Media, Streaming oder Stocklizenzierung geplant?
  • Dürfen Kunden und Agenturen das Material ebenfalls nutzen?
  • Wie lange und in welchen Ländern soll die Nutzung möglich sein?
  • Welche Bearbeitungen sind vorgesehen?
  • Sind zusätzliche behördliche Genehmigungen notwendig?
  • Ist eine Datenschutzinformation erforderlich?

Warum eine ausführliche Drehgenehmigung Vorlage sinnvoller sein kann

Für ein kleines privates Projekt kann eine einfache Vereinbarung ausreichen. Sobald jedoch Unternehmen, Kunden, Agenturen, Werbekampagnen, Livestreams oder Stockplattformen beteiligt sind, steigen die Anforderungen erheblich.

Eine professionelle Vorlage spart dabei nicht nur Schreibarbeit. Sie erinnert auch an Punkte, die man vor dem Dreh möglicherweise gar nicht auf dem Schirm hatte.

Unsere Property Release Vertrag DSGVO Vorlage wurde genau für solche umfangreicheren Foto-, Film-, Video- und Tonproduktionen entwickelt.

Der Kernvertrag behandelt unter anderem Motiv und Aufnahmeort, Berechtigung des Freigebenden, Aufnahmearten, kommerzielle Verwertung, Nutzungszwecke, Kunden und Dienstleister, räumlichen und zeitlichen Umfang, Bearbeitung, Rechte Dritter, erkennbare Personen, vertrauliche Inhalte, Vergütung, Haftung, Datenschutz und Anlagen.

Dazu kommen sechs auswählbare Zusatzmodule:

  • Bild-, Film- und Stockagenturen
  • Drohnen- und Luftaufnahmen
  • 360°-, 3D- und virtuelle Darstellungen
  • weitergehende KI-Nutzungen
  • eigene Urheber-, Marken- und Designrechte
  • Drehort- und Produktionsgenehmigung

Das Drehort-Modul geht dabei deutlich über ein einfaches „Filmen erlaubt“-Formular hinaus. Je nach Projekt können unter anderem Produktion, Verantwortliche, Drehzeiten, freigegebene Bereiche, Crew, Fahrzeuge, Technik, Infrastruktur, besondere Maßnahmen, Livestreaming, Sicherheit, behördliche Genehmigungen, Kosten, Versicherung, Zustandsdokumentation, Verschiebung und Rückgabe des Drehortes dokumentiert werden.

Drehgenehmigung und Property Release professionell vorbereiten
Wenn du regelmäßig für Kunden, Unternehmen, Social Media, YouTube, Streaming, Werbung oder Stockagenturen produzierst, musst du nicht jedes Mal selbst eine Vereinbarung von Grund auf entwickeln. Unsere kostenpflichtige Property Release Vertragsvorlage mit Zusatzmodul zur Drehgenehmigung bietet dir dafür eine umfangreiche, flexibel anpassbare Grundlage inklusive Datenschutzinformation nach Art. 13 DSGVO.

Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und stellt keine Rechtsberatung im Einzelfall dar. Ob und welche Genehmigungen erforderlich sind, hängt insbesondere vom Aufnahmeort, Motiv, Projekt, den beteiligten Personen, bestehenden Schutzrechten und der geplanten Nutzung ab. Bei komplexen Produktionen oder ungeklärten Rechten sollte fachkundiger Rechtsrat eingeholt werden.

FAQ: Häufige Fragen zur Drehgenehmigung Vorlage

Was ist ein Property Release Vertrag?

Ein Property Release ist eine Vereinbarung, mit der die Aufnahme und/oder Nutzung eines bestimmten Motivs oder Aufnahmeortes im Rahmen der Rechte des Freigebenden geregelt werden kann. Dazu können beispielsweise Immobilien, Innenräume, Grundstücke, Fahrzeuge, Tiere, Maschinen oder Kunstgegenstände gehören. Ein Property Release ist von einem Model Release für erkennbare Personen zu unterscheiden.

Welche vier Arten von Drehgenehmigung gibt es?

Eine gesetzlich festgelegte Einteilung in genau vier Arten gibt es nicht. Praktisch kann zwischen privatrechtlichen Drehortgenehmigungen, behördlichen bzw. öffentlich-rechtlichen Genehmigungen, Property- bzw. Motivfreigaben und personenbezogenen Freigaben unterschieden werden. Bei einer Produktion können mehrere Genehmigungen gleichzeitig erforderlich sein.

Wie erstellt man eine Drehgenehmigung?

Eine Drehgenehmigung sollte mindestens die Beteiligten, deren Berechtigung, Drehort, Projekt, freigegebene Bereiche und Zeiten eindeutig festhalten. Bei professionellen Produktionen sollten zusätzlich Team, Fahrzeuge, Technik, besondere Maßnahmen, Sicherheit, Vergütung, Haftung und die spätere Nutzung der Aufnahmen geklärt werden.

Brauche ich eine Drehgenehmigung für ein Privatgrundstück?

Wer ein fremdes Privatgrundstück für eine geplante Film- oder Fotoproduktion betreten und nutzen möchte, sollte die Zustimmung des hierzu Berechtigten vorab klären und bei professionellen Produktionen schriftlich dokumentieren. Welche weiteren Rechte und Genehmigungen benötigt werden, hängt vom konkreten Projekt ab.

Reicht eine Drehgenehmigung für YouTube und Twitch?

Nicht unbedingt. Eine Drehortgenehmigung regelt zunächst die Nutzung des Ortes. Für erkennbare Personen, geschützte Werke oder andere Rechte können zusätzliche Freigaben notwendig sein. Bei Livestreams sollte außerdem ausdrücklich geregelt werden, ob Replays, Clips, Shorts, Thumbnails, Multistreaming und Monetarisierung zulässig sind.

Ist eine Drehgenehmigung dasselbe wie ein Model Release?

Nein. Eine Drehgenehmigung betrifft in erster Linie den Aufnahmeort und die Durchführung der Produktion. Ein Model Release betrifft die Aufnahme und Nutzung von Aufnahmen erkennbarer Personen. Beide Dokumente können bei derselben Produktion nebeneinander erforderlich sein.

Brauche ich für Adobe Stock oder Shutterstock ein Property Release?

Das hängt vom Inhalt und von den jeweils aktuellen Plattformregeln ab. Bei kommerziellen Aufnahmen erkennbarer privater Immobilien, Kunstwerke oder anderer geschützter beziehungsweise identifizierbarer Motive können Stockagenturen ein Property Release verlangen. Vor dem Upload sollten immer die aktuellen Contributor-Anforderungen der jeweiligen Plattform geprüft werden.

diefotomanufaktur Fotostudio Winsen
Über diefotomanufaktur diefotomanufaktur ist ein Fotostudio in Winsen (Luhe) zwischen Hamburg und Lüneburg. Das Team um Fotograf und Autor Danny Wandelt verbindet praktische Erfahrung aus Fotoshootings, Fotokursen und dem fotografischen Alltag mit verständlich aufbereitetem Fachwissen. In unseren Fotokursen in Hamburg, Lüneburg und Winsen unterstützen wir Anfänger und Fortgeschrittene dabei, ihre Kamera sicher zu bedienen und bessere Fotos zu gestalten. Zu den Schwerpunkten gehören Grundlagen der Fotografie, Nachtfotografie, Porträtfotografie und praxisorientierte Fotoworkshops. In unserem Shop für Fotografen findest du praxiserprobte Lern- und Arbeitshilfen: Fotokarten und Spickzettel, Bücher und E-Books sowie Verträge, Formulare und Vorlagen für Hobby- und Berufsfotografen. Einen Überblick über unsere kompakten Lernhilfen bietet der Beitrag Spickzettel für Fotografen. Im Fotostudio entstehen individuelle Bewerbungs-, Porträt- und Businessfotos in entspannter Atmosphäre. Unser Anspruch: professionelle Fotografie, verständliches Wissen und praktische Lösungen, die im fotografischen Alltag wirklich weiterhelfen.

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