Feuerwerk fotografieren

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Feuerwerk fotografieren

Ein Feuerwerk kann der Höhepunkt einer Feier sein oder den Ausklang des Jahres einläuten. Egal, zu welchem Anlass ein Feuerwerk abgefeuert wird, es ist immer unglaublich faszinierend, dabei zuzusehen. Leider ist das Feuerwerk für die meisten Zuschauer immer viel zu schnell vorbei. Zum Glück verfügen wir über moderne Kamerasysteme, mit welchen wir nahezu jedes Feuerwerk für die Nachwelt festhalten können. Dennoch wirft eine vermeintlich einfache Aufgabenstellung, wie das Fotografieren eines Feuerwerks, die eine oder andere Problemstellung auf. Es beginnt bei der Wahl des richtigen Standortes, der Wahl der Kamera und der zusätzlichen Ausrüstung und setzt sich bei den Einstellungen der Kamera weiter fort.

Da ein Feuerwerk nur über einen sehr begrenzten Zeitraum stattfindet, ist es sehr ratsam, das Feuerwerk nicht mit einer nagelneuen Kamera von einem unbekannten Hersteller zu fotografieren. Bei einem neuen Kameramodell sind die Knöpfe für gewöhnlich an einer anderen Stelle, als bei dem gewohnten. Daher wäre es schade, wenn Sie während des Feuerwerks mehr mit dem Suchen von Knöpfen beschäftigt sind, als mit dem erstellen von schönen Fotos. Aus diesem Grund sollte das Feuerwerk mit einer Kamera fotografiert werden, die man sehr gut kennt und die Knöpfe blind findet.

Feuerwerk fotografieren

Feuerwerk fotografieren

Doch auch wenn Sie ein bekanntes Kameramodell verwenden dauert ein Feuerwerk nicht sehr lang und die Zeit zum Bildermachen ist knapp. Erfahrungsgemäß dauert ein Feuerwerk maximal 15 – 20 Minuten. In dieser Zeit müssen möglichst viele Bilder entstehen, damit man im Nachhinein eine Auswahl hat, aus der man sich die schönsten Bilder aussuchen kann. Stellt man die Kamera erst mit Beginn des Feuerwerks richtig ein oder muss noch nach den richtigen Einstellungen suchen oder sogar einen Standortwechsel machen, schrumpft die Anzahl der zu erwartenden Bilder beträchtlich.

Das bedeutet, selbst wenn der Arbeitsablauf optimal von der Hand geht, ist es unrealistisch zu glauben, man würde mit 40, 50 oder gar 60 wunderschönen Bilder, als Ausbeute, nach Hause gehen. Realistisch ist hier eine Zahl von maximal 10 guten Bildern. Dies ist einfach durch die lange Belichtungszeit und die Bearbeitungszeit der Kamera bedingt. Außerdem wird nicht jedes Bild ein perfektes Bild, welches das Aufheben wert wäre. Eine gute Vorbereitung auf das Feuerwerk ist damit sehr wichtig. Die Planung sollte bereits einige Tage vor dem Feuerwerk mit der Wahl des richtigen Standorts beginnen. Je nach Standort der gewählt wird, kann man sich danach auf die Ausrüstung konzentrieren. Bei der Standortwahl, sollte man menschenleere oder Plätze mit sehr wenig Menschen bevorzugen. Bei sehr gut besuchten Plätzen besteht immer die Gefahr, dass jemand gegen das Stativ stößt und das Bild verwackelt oder dass plötzlich die Menschen und nicht das Feuerwerk das Bild dominieren.

Für Einsteiger ist es einfacher ein Feuerwerk fotografieren, wenn man es von einem exponierten Punkt aus macht. Dazu sind besonders Türme, Hügel oder Dächer von hohen Häusern geeignet. Von einem exponierten Punkt hat man eine gute Sicht und kann bei Bedarf das Blickfeld leicht ändern. Sollte die Wahl auf ein hohes Gebäude fallen, kann es unter Umständen erforderlich sein, eine Erlaubnis für das Betreten des Gebäudes einzuholen, da die Fotosession sonst vielleicht von der Polizei unterbrochen wird und man anstelle schöner Fotos, nur eine Anzeige wegen Hausfriedensbruch mit nach Hause nimmt. Wenn der geeignete Standort gefunden wurde, kann man beginnen sich Gedanken um die benötigte Ausrüstung zu machen.

Um das Feuerwerk in seiner ganzen Pracht fotografieren zu können, ist natürlich etwas Ausrüstung erforderlich. Folgende Ausrüstung ist empfehlenswert:

  • Kamera mit mehreren Objektiven
  • hochwertiges Stativ
  • Fernbedienung / Fernauslöser
  • warme Kleidung

Bei der Kamera und den Objektiven sollte darauf geachtet werden, dass sich die Fokusarten verändern lassen. Wichtig ist, dass zwischen Autofokus und manuellem Fokus gewechselt werden kann. Warme Kleidung ist bei so einem Termin mindestens genauso wichtig wie die Wahl der Kamera, zumindest wenn das Feuerwerk im Winter stattfindet. Friert man und zittert, fällt es schwer sich auf das wesentliche, die Fotos zu konzentrieren. Wenn die Rahmenbedingungen stimmen, geht es an die Details.

Bei der Wahl der Kamera sollte darauf geachtet werden, dass es sich um eine Kamera mit einem möglichst großen Sensor handelt. Am besten sind hier Kameras mit APS-C Sensor oder Vollformatkameras. Handykameras oder Kameras mit kleinerem Sensor können natürlich auch verwendet werden. Diese besitzen aber meist ein erheblich schlechteres Rauschverhalten und führen im Ergebnis zu nicht so schönen Bildern. Da ein schönes Foto das Ergebnis eines perfekten Zusammenspiels, der einzelnen Ausrüstungsgegenstände ist, darf auch das Stativ nicht vernachlässigt werden.

Beim Stativ sollte Wert auf Qualität gelegt werden. Die Verarbeitung der einzelnen Komponenten eines Stativs ist wichtig, da eine mangelhafte Verarbeitung dazu führen kann, dass das Stativ oder einzelne Teile bereits bei leichtem Wind oder anderen Einflüssen wackeln. Da ein Feuerwerk meist im freien fotografiert wird, muss es außerdem der Witterung ohne nennenswerte Beeinträchtigung, der Funktion, standhalten. Sollten Sie nun ein gutes, stabiles Stativ gefunden haben, ist es trotzdem sinnvoll jede Berührung des Stativs währen der Belichtungszeit zu vermeiden.

Aus diesem Grund ist eine Fernbedienung / Fernauslöser sinnvoll. Dieser ermöglicht es die Kamera, ohne sie zu berühren, auszulösen. Je nach Brennweite, die zum fotografieren verwendet wird, kann sogar das Umklappen des Spiegels, bei einer Spiegelreflexkamera ausreichen, um ein verwackeltes Bild zu erhalten. Wenn die Kamera fest auf dem Stativ montiert ist und der Fernauslöser bereitliegt, muss man sich noch über den Bildausschnitt und damit auch über das zu benutzende Objektiv Gedanken machen. Befindet man sich in einem unbekannten Gebiet ist es empfehlenswert die Lokation bei Tageslicht zu erkunden.

Bei der Wahl des Objektivs kommt es sehr auf die örtlichen Gegebenheiten an. Ist das Feuerwerk sehr weit entfernt, muss man es mit einem Teleobjektiv näher heranholen. Erstreckt sich das Feuerwerk über einen sehr breiten Bereich, ist es besser, mit einem Weitwinkelobjektiv zu fotografieren. Ist ein Weitwinkelobjektiv zu weitwinkelig, besteht die Gefahr, dass das Bild an den Rändern und in den Ecken verzerrt und unscharf wird.

Auch wenn der Standort tagsüber gut erkundet wurde, wird man bald feststellen, dass der Fokus Nachts nur bedingt funktioniert. Als Fokus wird beim Fotografieren der Bereich im Bild, der scharf sein soll, bezeichnet. Man sagt auch der Bereich, der scharf ist, ist „im Fokus“ und der Bereich, der unscharf ist, ist „aus dem Fokus“. Für schnelle Schnappschüsse ist eher der Autofokus geeignet und für länger geplante Langzeitbelichtungen eher der manuelle Fokus. Doch was bedeuten die eben genannten Fokusarten?

Autofokus 
Als Autofokus bezeichnet man den Vorgang, bei dem die Kamera selbstständig zu erkennen versucht, welcher Teil des Fotos schargestellt werden soll und welcher nicht. Dies geschieht über verschiedene Messfelder und den Unterschied zwischen hellen und dunklen Bereichen im Bild. Der Autofokus ist ungeeignet um Feuerwerk zu fotografieren, da im Dunkeln meist nicht genug Kontrast vorhanden ist, um genau im richtigen Moment auf das richtige Objekt scharfzustellen.

Manuell Fokussieren 
Der manuelle Fokus ist erheblich besser geeignet, um ein Feuerwerk zu fotografieren. Dazu muss, entweder in der Kamera oder am Objektiv selbst, auf manuellen Fokus umgestellt werden. Nach dieser Einstellung kann am Objektiv der Fokusring gedreht und fokussiert werden. Damit das ganze Foto scharf ist, haben sehr viele Objektive eine Einstellung für „unendlich“ am Fokusring.

Neben der Art des Fokus gibt es aber noch mehr Einstellungen die man berücksichtigen muss. Eine pauschale Aussage über die Einstellungen zu machen ist schwierig. Je nachdem welchen „Look“ man für das Bild erzielen möchte, können die Einstellungen variieren. Grundsätzlich gilt, ISO so niedrig wie möglich einstellen, Blende im Bereich von 5,6 und 11 und an die Belichtungszeit muss man sich je nach Blende und ISO langsam herantasten.

Grundsätzlich ist beim Feuerwerk fotografieren eine längere Verschlusszeit zu bevorzugen, um möglichst viele Explosionen auf das Bild zu bekommen. Allerdings darf die Verschlusszeit nicht zu lang sein, da sich die Explosionen im optimalen Fall nicht überlagern sollten. Hier spielt der Bulbmodus seine Stärke aus. In diesem Modus ist der Verschluss so lang geöffnet, wie der Auslöser gedrückt wird. Werden all die hier genannten Tipps berücksichtigt, sollte einigen schönen Feuerwerksbilder nichts mehr im Weg stehen. Zum Abschluss noch ein Tipp vom Profi:

Wenn das Feuerwerk vorbei ist und die Ausrüstung eingepackt wird, sollte die Kamera in eine separate Plastiktüte verpackt werden. Diese Plastiktüte muss mit Umgebungsluft gefüllt sein. Zu Hause angekommen hat die Kamera nun die Möglichkeit sich langsam an die wärmere Umgebungstemperatur zu gewöhnen. Durch das langsame Erwärmen der Kamera bildet sich innerhalb des Bodys kein Kondenswasser und die Kamera bleibt länger funktionstüchtig.

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